Lukas gewinnt mit seinem vierköpfigen Fantasiegebilde
Erster Barsinghäuser Kinder- und Jugendkunstpreis vergeben. Verleihung künftig alle zwei Jahre?

Ein Bericht von Jennifer Krebs, HAZ, Calenberger Zeitung

Vier Wochenenden benötigte der neunjährige Lukas für sein Kunstwerk „Verschmolzenes Tier“ – und für den Sieg beim ersten Barsinghäuser Kinder- und Jugendkunstpreis, der am Sonntag bei der Finissage vergeben wurde. Für sein buntes Fantasiegebilde mit vier Köpfen auf einem Körper gab es von der Jury die meisten Punkte. Mama und Papa Susann und Andreas Büggeln waren stolz: Ihr Sohn sei auch sonst sehr kreativ und habe Spaß an so etwas, erzählten sie am Rande der Preisverleihung. Er habe auch schon mehrere Workshops bei der Kunstschule Noa Noa mitgemacht – malen, basteln, filzen und auch töpfern.

Den zweiten Preis vergab die Jury an Liana (10) mit ihrem „Bunten Pilz“. Platz drei ging an Theodor (7) und sein „Außerirdisches Gespräch“. 65 Kinder haben bei dem Wettbewerb mitgemacht und insgesamt 21 Kunstobjekte eingereicht, die bis Sonntag in der Kulturfabrik Krawatte auch öffentlich ausgestellt waren. Neben Einzelbeiträgen waren auch Gruppenprojekte sowie Arbeiten von Klassen der Ernst-Reuter-Grundschule und der Wilhelm-Busch-Grundschule vertreten.

Auch in der Kategorie der Gruppenarbeiten vergab die Jury drei Preise. Der erste Platz ging hier an Elly (8) und Elin (7) für „Who let the dogs out?“. Die Hundeklasse 3a der Hohenbosteler Wilhelm-Busch-Schule holte mit ihrem „Weltraumsystem für Schachköpfe“ den zweiten Platz. Und Tim (9), Helen (8) und Jan (9) kamen mit ihrem „Wald voll Umgekehrten“ auf Platz drei.

Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 1300 Euro vergeben. Initiiert hat den ersten Kinder- und Jugendkunstpreis die Barsinghäuser Bürgerstiftung mit ihrer Vorsitzenden Helena Tölcke, die auch die Schirmherrschaft übernommen hat. Eng zusammengearbeitet hat die Bürgerstiftung bei dem Projekt mit der Kunstschule Noa Noa, mit dem Kunstverein und mit dem Kulturverein Krawatte. Für den Auftakt dieses neuen Formats hatte man sich auf die Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen beschränkt, um das Ganze überschaubar zu halten und erst mal abzuwarten, wie so ein Wettbewerb überhaupt angenommen wird. Das Thema „verrückt“ war dabei bewusst weit gefasst.

„Verrückt“ stünde hier nicht für etwas Negatives, sondern für Kreativität, Mut und die Freiheit, Dinge anders zu denken, betonten die Initiatoren. Jurymitglied Marianne Neuendorff aus Barsinghausen zeigte sich bei der Preisverleihung begeistert: Es sei einfach toll zu sehen, wie Kinder die Welt betrachten und welche Kunstwerke daraus entstünden. Und auch, wenn dies hier ein Wettbewerb sei: „Eigentlich kennt Kunst keine Rangliste, denn jedes Kunstwerk für sich hat etwas Einzigartiges“, betonte Neuendorff. „Deswegen dürft ihr euch alle als Gewinner fühlen“, sagte sie – und der Applaus daraufhin war groß. Einen kleinen Preis durfte sich deswegen hinterher auch jeder abholen. „Behaltet eure Freude an der Kunst“, gab ihnen Olga Colaker von der Kunstschule Noa Noa mit auf den Weg. Karsten Fischer vom Vorstand der Barsinghäuser Bürgerstiftung, der den Kinder- und Jugendkunstpreis federführend in den vergangenen Monaten mit vorbereitete, kündigte derweil an, dass der Kinderund Jugendkunstpreis keine einmalige Sache bleiben soll. Es werde darüber nachgedacht, ihn künftig alle zwei Jahre zu vergeben. Beim nächsten Mal solle der Preis dann für die nächste Altersgruppe ab elf Jahren ausgelobt werden, sagte Fischer.

Eine Idee der Initiatoren darüber hinaus:
Möglicherweise ließen sich die Kunstwerke dann auch für den
guten Zweck versteigern.

 

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